Schaffhausen,
13
Januar
2019
|
23:59
Europe/Amsterdam

THE LONGEST FLIGHT

Mit der ersten Weltumrundung einer Spitfire wollen Steve Boultbee Brooks und Matt Jones Aviatik-Geschichte schreiben. Im Sommer 2019 werden die beiden britischen Piloten mit der Flugzeug-Ikone über 43‘000 Kilometer zurücklegen und 26 Länder anfliegen.

Eine Reichweite von 750 Kilometern hat die Spitfire, jenes extrem wendige und leistungsstarke britische Jagdflugzeug, von dem Supermarine Vickers zwischen 1936 und 1948 über 20‘300 Exemplare herstellte. Diese Distanz entspricht ziemlich genau einem Flug von London nach Schaffhausen.

Die Zahl vermittelt auch einen Eindruck davon, auf was für ein Abenteuer sich Steve Boultbee Brooks und Matt Jones mit dem Projekt „Silver Spitfire – The Longest Flight“ einlassen. Noch nie in der Geschichte der Luftfahrt hat eine Spitfire die Welt umrundet. Es ist ein Unterfangen, für das sie als Jagdflugzeug mit ihrer beschränkten Reichweite gar nicht gebaut wurde. Rund 100 Flugabschnitte werden nötig sein, um die über 43‘000 Kilometer rund um die Welt zurückzulegen. Dabei muss die Maschine mit extremsten Bedingungen zurechtkommen. Die russische Kälte, das feuchtheisse asiatische Klima, Unwetter über dem Pazifik oder Sandstürme in der Wüste werden aber nicht nur das Material, sondern auch die Piloten und die Crew am Boden an ihre Grenzen bringen.

Die Weltumrundung in einer Spitfire ist die kühne Idee der beiden britischen Piloten Steve Boultbee Brooks und Matt Jones, den Gründern der Boultbee Flight Academy. In der einzigen anerkannten Spitfire-Flugschule der Welt bringen sie anderen Piloten das Fliegen auf dem ikonischen Jagdflugzeug bei. Die Flugschule bewahrt aber auch das Engineering-Knowhow, das nötig ist, um die „Spits“ noch viele Jahrzehnte in der Luft zu halten. Ihren Hauptsitz hat sie am Goodwood Aerodrome im Süden Englands. Zwischen 1940 und 1946 diente dieser Flughafen der Royal Air Force als Ergänzung zum nahegelegenen RAF Tangmere.

Steve Boultbee Brooks konnte bereits Erfahrung mit Rekordversuchen sammeln. So gelang ihm als erstem Piloten überhaupt der Flug in einem Helikopter vom Nordpol zum Südpol. Dafür benötigte er zwei Helikopter, etwa 100 Flugabschnitte und über zwei Jahre. Matt Jones hingegen ist mit 350 Flugstunden einer der erfahrensten Spitfire-Piloten der Gegenwart. Mit dem Flug um die Welt wollen die beiden Initianten primär die einzigartige Engineering-Geschichte der Spitfire würdigen. Sie möchten das Flugzeug zu so vielen Menschen wie möglich bringen. Als Botschafterin der Freiheit soll die Spitfire auch Länder anfliegen, in denen sie bisher noch nie gelandet ist. Schliesslich möchten Boultbee Brooks und Jones junge Menschen für Mechanik und Engineering begeistern. Denn nur wenn die Faszination für Mechanik und Handwerk erhalten bleibt, wird die Spitfire künftig ihre Runden am Himmel drehen.

Die Maschine, die im kommenden August zu ihrem Flug um die Welt aufbricht, konnten Boultbee Brooks und Jones in einem Museum aufstöbern. Das Flugzeug wurde 1943 in Castle-Bromwich hergestellt und flog während seiner Dienstzeit über 50 Einsätze. Für die Restaurierung wurde die Maschine in ihre Einzelteile zerlegt. Jede der rund 80‘000 Nieten wurde sorgfältig geprüft, gereinigt und falls nötig ersetzt. Damit die „Silver Spitfire“ im Chrom-Design erstrahlt, wurden alle Teile poliert. Zum Einsatz kam dabei ein spezielles Polierverfahren, das für eine hochglänzende Oberfläche sorgt, gleichzeitig jedoch die originale Patina der Maschine bewahrt. So wird die skulpturale Schönheit des Spitfire-Designs in einer noch nie gesehenen Art und Weise sichtbar. Die Spitfire wird zum „Spiegel der Zeit“, in dem sich ihre eigene bewegte Geschichte wiederspiegelt. Mit der aufwendigen Restaurierung waren rund 14 Spezialisten über zwei Jahre lang beschäftigt.

Die Route der Expedition noch nicht abschliessend definiert. Die Details werden von den Wetterverhältnissen abhängen. Klar ist, dass es zuerst von Goodwood in Südenglang über Island nach Kanada und dann weiter in die USA gehen wird, damit die Crew vom verhältnismässig milden Wetter in der Arktis profitieren kann. Anschliessend dürfte die Reise über Alaska und Russland nach Japan und Südostasien führen, bevor die Piloten Indien anfliegen werden. Über den Nahen Osten würde die „Silver Spitfire“ dann zurück nach Europa fliegen.

Weil die Spitfire ohne Reservetanks unterwegs ist, muss sie nach 750 Kilometern wieder betankt werden. Neben der richtigen Menge an Benzin müssen an jedem Zwischenstopp auch Original-Ersatzteile verfügbar sein. Dem für die Logistik zuständigen Projektleiter Lachlan Monro kommt für das Gelingen der Expedition eine Schlüsselrolle zu. Jedes der 26 Länder, welche die „Silver Spitfire“ anfliegen wird, kennt andere Regulierungen und Gesetze. Jeder der rund 100 Zwischenstopps wird deshalb zu einer speziellen logistischen Herausforderung. Ebenso wichtig ist die Erfahrung von Chef-Ingenieur Gerry Jones, der sich um das Innenleben der Spitfire kümmert. Aufgrund ihres Alters ist die Spitfire äusserst wartungsintensiv und benötigt nach jeweils rund 25 Flugstunden eine intensive Pflege. Jones wartet die Maschine seit vielen Jahren und kennt jede Schraube des Flugzeugs.

Im Cockpit werden sich Steve Boultbee Brooks und Matt Jones abwechseln. Der Filmproduzent Ben Uttley und der Kameramann John Dibbs wollen die Reise von einem Begleitflugzeug aus dokumentieren. Und schliesslich sorgt auch der französische Künstler Romain Hugault, einer der bekanntesten Illustratoren aus dem Bereich Classic Aviation, mit seinen zeichnerischen Beiträgen dafür, dass die Weltumrundung der „Silver Spitfire“ unvergessen bleibt.

IWC SCHAFFHAUSEN

Mit einem klaren Fokus auf Technologie und Entwicklung stellt die Schweizer Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen seit 1868 Zeitmesser von bleibendem Wert her. Das Unternehmen hat sich durch seine Passion für innovative Lösungen und technischen Erfindergeist international einen Namen gemacht. Als eine der weltweit führenden Marken im Luxusuhrensegment kreiert IWC Meisterwerke der Haute Horlogerie, die Engineering und Präzision mit exklusivem Design vereinen. Als Unternehmen mit ökologischer und sozialer Verantwortung setzt IWC auf nachhaltige Produktion, unterstützt rund um den Globus Institutionen bei ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und pflegt Partnerschaften mit Organisationen, die sich für den Umweltschutz engagieren.